Kotwasser beim Pferd

Der Durchfall beim Pferd und seine möglichen Ursachen und Auslöser wurde bereits in einem Fachbeitrag intensiv erörtert. Vom eigentlichen Durchfallgeschehen muss man die Symptomatik des sogenannten „Kotwassers“ beim Pferd abgrenzen. Die Auslöser für das Auftreten von Kotwassers und die möglichen Behandlungsmaßnahmen werden kurz beschrieben.

In Deutschland wird das Auftreten von Kotwasser relativ häufig beobachtet. Im englisch sprachigen Raumen wird das Auftreten von Kotwasser ebenfalls beschrieben und wird als „free fecal water syndrome“ oder einfach als free fecal water (FFW) oder free faecal liquid (FFL) bezeichnet.

Was ist freies Kotwasser beim Pferd?

Die Bezeichnung Kotwasser wird verwendet, wenn die Pferde ganz normal geformte Pferdeäpfel absetzen und unabhängig vom Kotabsetzen anschließend freies Wasser im Strahl abgeben. Die Folge bei Kotwasser ist, dass die betroffenen Pferde regelmäßig an den Hinterbeinen auf Grund der fäkalen Partikel im Kotwasser sehr schmutzig werden. Ein direkter Nachteil ist dies für das betroffene Pferd nicht, jedoch muss der Pferdehalter immer wieder das Pferd reinigen. Das häufige Reinigen der Haut kann sich längerfristig negativ auf die Haut auswirken und zu weiteren Problemen führen.

Welche Faktoren beeinflussen das Auftreten von Kotwasser beim Pferd?

Aus Theorie und Praxis werden mehrere sich gegenseitig beeinflussende Risikofaktoren berichtet, die das Auftreten von Kotwasser begünstigen. Hierfür liegen mittlerweile Feldstudien aus Deutschland und Skandinavien vor, die das Auftreten von Kotwasser ausführlich beschreiben.
In einer Übersicht sollen einige mögliche Ursachen bzw. Auslöser für das Auftreten von Kotwasser stichwortartig aufgelistet werden.

Mögliche Ursachen bzw. Auslöser für das Auftreten von Kotwasser beim Pferd:

● Psychische Belastung z.B. sozialer Stress
● Einsatz bestimmter Futtermittel wie z.B. Heulage, Heu vom 2. Schnitt
● Ad libitum Fütterung von Heu
● Mangelhafte hygienische Qualität der Futtermittel
● Zu große Partikelgröße
● Nicht-Protein-Stickstoff-Verbindungen in der Heulage
● Nachgärung der Heulage
● Verschiebung der Darmflora

Stress in allen Lebenslagen

Wie beim Durchfall können sich verschiedene Stressfaktoren auch auf das Auftreten von Kotwasser auswirken. Dies ist sehr gut damit zu erklären, dass sehr häufig nur einzelne Pferde auf einem Betrieb betroffen sind, obwohl alle Pferde das gleiche Grundfutter erhalten. Dies betrifft insbesondere rangniedrige Pferde, die einem regelrechten Sozialstress ausgesetzt sind.

Heulage oder Heu?

In der Fütterungspraxis scheint der Einsatz von Heulage als Grundfuttermittel das Auftreten von Kotwasser zu begünstigen. Heulage besitzt im Vergleich zum Heu einen geringen Trockensubstanzgehalt, der sich in der Regel auch im niedrigeren Trockensubstanzgehalt des Kotes wiederspiegelt. Es wird vermutet, dass bei der Heulagefütterung weniger freies Wasser im Darm absorbiert wird und dann mehr Wasser als Kotwasser abgesetzt wird. Grundsätzlich sollte nach eigenen Erfahrungen bei Pferden, die mit Heulage gefüttert werden und Kotwasser abgeben, eine Umstellung der Heulage auf Heu zu einer Verbesserung der Kotwassersymptomatik führen. Jede Regel hat jedoch eine Ausnahme. So konnte in der Praxis beobachtet werden, dass speziell Heu vom 2. Schnitt auch zum Absetzen von Kotwasser geführt hat. In einer Untersuchung konnte beobachtet werden, dass eine Begrenzung der täglichen Heumenge und die Zulage von Grünmehl bei fettleibigen Pferden das Auftreten von Kotwasser verringern konnte. Daraus wird abgeleitet, dass eine ad libitum Heufütterung bei Pferden mit Kotwasser zu vermeiden ist.
Es darf in der Fütterungspraxis niemals pauschalisiert werden, denn Heulage ist nicht gleich Heulage und ist Heu nicht gleich Heu. Entscheidend ist auch die hygienische Qualität des Grundfutters. Eine gute Heulage ist immer besser als ein schlechtes Heu. Bei Unsicherheiten bei der Bewertung der Grundfuttermittel ist der Futterberater zu Rate zu ziehen.

Größe der Futterpartikel im Kot sind entscheidend

Vermutlich ist nicht nur die Art des Grundfutters (Heulage oder Heu) die Ursache für das Auftreten von Kotwasser bei Pferden, sondern deren unterschiedliche Partikelgrößen. Eine geringere Zerkleinerung der Futterpartikel führte zu größeren Partikeln im Kot. Diese größeren Partikel wurden gerade bei der Heulagefütterung erfasst und waren assoziiert mit dem Auftreten von Kotwasser. Auch die erhöhte Blattmasse bei der Heulage wird mit der Partikelgröße und dem Auftreten von Kotwasser in Verbindung gesetzt.
Einen weiteren Einfluss auf die Partikelgröße hat auch das mechanische Zerkleinern beim Kauen. Gerade alte Pferde, die Zahnprobleme vorweisen können, sind nicht mehr in der Lage ausreichend zu kauen. Im schlimmsten Fall werden nur noch Wickel in der Mundhöhle gebildet. Grundsätzlich könnte eine reduzierte Kauaktivität mit zu langen Faserpartikeln das Auftreten von Kotwasser bei Pferden auch begünstigen.

Nicht-Protein-Stickstoff-Verbindungen

Während beim Heu die Konservierung des Grases durch Trocknung erfolgt, wird bei der Heulage das Gras mit Hilfe der Silierung längerfristig haltbar gemacht. Während dieses Silierungsprozesses können aus Proteinen mikrobiell sogenannte Nicht-Protein-Stickstoff-Verbindungen gebildet werden. Im Dickdarm des Pferdes könnten diese Verbindungen dann die Absorption des Wassers über die Darmschleimhaut reduzieren und Kotwasser tritt auf.

Nachgärung der Heulage kann zu Kotwasser führen

Für den eigentlichen Silierungsprozess wird die zukünftige Heulage unter Druck luftdicht eingewickelt. Dies ist von großer Bedeutung, da die Silierung unter anaeroben Bedingungen stattfinden muss. Zum Verfüttern wird die Folie selbstverständlich geöffnet, die Heulage ausgewickelt und in diesem Moment kann wieder Luftsauerstoff an die Heulage gelangen. Wird die Heulage nicht zügig verfüttert und sind die Außentemperaturen hoch, dann können sich bestimmte Mikroorganismen in der Heulage, die den Luftsauerstoff benötigen, zahlreich vermehren. Es findet eine sogenannte „Nachgärung“ der Heulage statt, die sehr unschön ist. Nährstoffe in der Heulage werden abgebaut und die Heulage erwärmt sich. Wenn diese Heulage an die Pferde verfüttert wird, dann treten neben Koliken auch Kotwasser auf. Deshalb sollte gerade im Sommer die Heulage zügig innerhalb eines Tages verfüttert oder vorsorglich konserviert werden.

Zusammensetzung der Darmflora

Die Zusammensetzung der Darmflora des Pferdes ist ein fragiler Mikrokosmos. Jegliche Veränderung in der Zusammensetzung und damit Verschiebung der Mikroorganismenpopulation kann weitreichende Folgen haben bis hin zum Auftreten von Kotwasser. Im Umkehrschluss kann eine gezielte Zugabe von positiv wirkenden Mikroorganismen (Probiotika) die Darmflora stärken.
Ein Probiotikum ist ein lebendiger Mikroorganismus, der eine positive Wirkung auf die Verdauung hat und über ein spezielles Ergänzungsfutter an das Pferd verfüttert werden kann. Diese positive Wirkung kann u.a. darin bestehen, dass die zellulosespaltenden Mikroorganismen im Dickdarm des Pferdes gefördert werden und die Symptome von Kotwasser gelindert werden. Da es sich um Organismen handelt, die voll lebensfähig sind, muss eine rechtliche Zulassung für den Einsatz in der Pferdefütterung vorliegen. Die einzigen Probiotika, die in der EU an Pferde verfüttert werden dürfen, gehören zur Gruppe der sogenannten „Lebendhefen“ (lateinisch Saccaromyces cerevisiae).

Wichtige Informationen zum Einsatz von Lebenhefen in der Pferdefütterung

Aktuell ist nicht nur eine einzige Lebendhefe rechtlich für den Einsatz bei Pferden zugelassen, sondern mehrere verschiedene Lebendhefestämme. Die genaue Bezeichnung dieser Lebendhefestämme wird auf dem Sackanhänger des Pferdefutters immer angegeben.
Nach dem Verfüttern der Lebendhefe über das Futter findet keine Vermehrung der Hefen im Darm der Pferde statt. Um eine kontinuierliche Wirkung zu gewährleisten, muss die Lebendhefe täglich verfüttert werden.
Wenn die Lebendhefen an Pferde verfüttert werden, dann muss ein gesetzlicher Mindestgehalt an Lebendhefen eingehalten werden, damit eine positive Wirkung am Pferd erkennbar ist.
Lebendhefen dürfen nicht vom Pferdehalter pur verfüttert werden. Um eine exakte Dosierung zu garantieren, hat der Gesetzgeber vorgeschrieben, dass die Lebendhefen nur über ein Ergänzungsfuttermittel an unsere Pferde verfüttert werden dürfen. Solch ein Ergänzungsfuttermitteln ist das SALVANA Hefenol, das den definierten Lebendhefestamm Saccharomyces cerevisiae NCYC Sc 47 Actisaf (4b1702) enthält. Dieser Lebendhefestamm ist rechtlich in der Gruppe der Verdaulichkeitsförderer für Pferde zugelassen.
Der Gehalt an Lebendhefen liegt im SALVANA Hefenol weit höher als die gesetzliche Mindestkonzentration. Im SALVANA Hefenol sind 1.000 Milliarden „Kolonie bildende Einheiten“ (KBE) je kg enthalten. Mit der Einheit KBE wird die Konzentration der Lebendhefen angegeben, so dass ein objektiver Vergleich mit der Lebendhefekonzentration und dem jeweiligen Lebendhefestamm anderer Präparate möglich ist.
Fachlich sind die Lebendhefen eindeutig von der sogenannten „Bierhefe“ zu trennen, da es sich bei der Bierhefe um abgetötete Hefezellen handelt, die nicht mehr lebensfähig sind und als sogenanntes Einzelfuttermittel direkt auch vom Pferdehalter verfüttert werden können. Bierhefe kann selbstverständlich nicht ihrer Wirkungsweise mit den Lebendhefen verglichen werden, da keine probiotische Wirkung vorliegt.

Möglichkeiten um Pferde mit Kotwasser zu unterstützen

Es wird klar, dass aus der Praxis vielfältige und vielschichtige Ursachen und Ansätze zur Lösung der Kotwasserproblematik berichtet werden. Wissenschaftliche Untersuchungen, die eine eindeutige Kausalität und umfassende Wechselwirkungen für das Auftreten von Kotwasser belegen können, sind nicht sehr häufig. Folglich gestaltet sich die Ableitung von konkreten Fütterungsempfehlung für Pferde mit der Kotwasserproblematik sehr schwierig und lässt den Pferdehalter mit seinem Problempferd oft im Ungewissen. Folgende Maßnahmen können empfohlen werden:

● Regelmäßige Gabe eines Mineralfutters für Pferde
● Psychische Belastung (Stress) so weit wie möglich reduzieren
● Heu als Grundfutter bevorzugen
● Die tägliche Heumenge auf die notwendige Menge begrenzen
● Soweit möglich Heu vom 1. Schnitt einsetzen
● Nur Futtermittel mit einwandfreier hygienische Qualität verwenden
● Einsatz von speziellen Ergänzungsfuttermitteln, die die Kotwasserproblematik reduzieren

Die regelmäßige Gabe eines Mineralfutters für Pferde in ausreichender Menge kann das Immunsystems stärken und ein Pferd mit Kotwasserproblemen optimal unterstützen. Neben den Managementmaßnahmen der guten Fütterungspraxis, können spezielle Ergänzungsfuttermittel eingesetzt werden, die in erster Linie die Funktion haben, die Symptomatik von Kotwasser zu reduzieren. Diese Ergänzungsfuttermittel enthalten Komponenten aus verschiedenen Stoffgruppen. Dabei handelt es sich um Komponenten, die in der Lage sind sogenannte Hydrokolloide zu bilden indem sie das freie Wasser im Lumen relativ kurzfristig binden.
Am bekanntesten ist die Stoffgruppe der Pektine, die in Apfelschalen und Rübenschnitzeln zu finden ist. Eine Zufütterung von reinem Pektin ist für das Pferd zu gefährlich, da es zu heftigen Verstopfungen kommen kann. Selbstverständlich ist darauf hinzuweisen, dass Rübenschnitzel vor dem Verfüttern eingeweicht werden müssen, da ansonsten eine Schlundverstopfung (Obstipation) auftreten kann.
Die Samenschalen der Pflanze Plantago ovata, die auch als Flohsamenschalen (Psyllium husk) bekannt sind, werden ebenfalls erfolgreich zur Verbesserung der Kotwasserproblematik eingesetzt. Um die optimale Wirksamkeit im Darm zu erzielen, ist auf die Herkunft und die technische Bearbeitungsweise der Flohsamenschalen zu achten.
Lignocellulose und auch die Faserstoffe aus der Weizenkleie oder Haferschälkleie gehören leider nicht zur Gruppe der Stoffe, die Kolloide bilden können.
Die Kombination aus Hydrokolloiden, hochkonzentrierten Lebendhefen, einer Elektrolytergänzung und wasserlöslichen Vitaminen (z.B. Vitamin A) in einem speziellen Ergänzungsfuttermittel wie dem SALVANA Hefenol stellt eine Möglichkeit dar, die Symptomatik von Kotwasser zu reduzieren. Das Ergänzungsfuttermittel ist für einen längeren Einsatz zulässig und kann gerade zu Beginn der Kotwasserproblematik mit erhöhter Konzentration von bis zu 200 g bei einem 600 kg schweren Pferd eingesetzt werden. Es ist klar, dass damit die eigentliche Ursache nicht behoben werden kann, sondern nur eine Linderung der Symptome erfolgt.

Kl. O.-Sparrieshoop, den 28.01.2021  Dr. Ernst Stephan



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Häufig gestellte Fragen

Die Zusammensetzung der Darmflora des Pferdes ist ein fragiler Mikrokosmos. Jegliche Veränderung in der Zusammensetzung und damit Verschiebung der Mikroorganismenpopulation kann weitreichende Folgen haben bis hin zum Auftreten von Kotwasser.

Wenn die Pferde ganz normal geformte Pferdeäpfel absetzen und unabhängig vom Kotabsetzen anschließend freies Wasser im Strahl abgeben. Dann hat das Pferd Kotwasser. 

UEs können verschiedene Ursachen zu Kotwasser führen, wie z.B.: Stresssituationen, falsche Fütterung, schlechtes Grundfutter oder Verdauungserkrankungen. 

Die aktuellen Gegebenheiten überprüfen und versuchen die Ursache zu finden. Ein gezieltes Ergänzungsfutter einsetzen, um den Kotwasser zu reduzieren.

Mit der richtigen Haltung und Fütterung kann Kotwasser verhindert werden. Stresssituationen und nicht hochwertiges Grundfutter (Heulage, Heu) vermeiden. 

Die enthaltene Lebendhefe und weitere hochwertige Komponenten unterstützen die Verdauung und beugen Kotwasser und Durchfall vor und unterstützt den Heilungsprozess.