Futter für alte Pferde

Auch in Deutschland ist die Anzahl der alten Pferde in den letzten Jahren gestiegen. Fast mit keinem anderen Haustier kann der Mensch eine so lange und intensive Beziehung aufbauen.
Aber ab wann ist ein Pferd alt und bedarf somit besonderer Fürsorge? Dies geschieht auch beim Pferd nicht abrupt ab dem 20. Lebensjahr, sondern immer nur als individueller und rasseabhängiger Alterungsprozess.
Das Pferd wird alt, weil es jedes Jahr ein Jahr mehr auf dem „Buckel“ hat und weil die Körperzellen einfach anfangen alt zu werden. Diese Zellalterung betrifft jedes Organ des Pferdes und damit auch dessen Leistungsfähigkeit. Auch der Verdauungstrakt der Pferde, über den alle Nährstoffe in den Stoffwechsel gelangen, leidet darunter. Die Produktion an Verdauungsenzymen kann vermindert sein und die Darmmotorik funktioniert nicht mehr richtig.

Alt sein oder alt aussehen?

Der fortschreitende Alterungsprozess ist beim Pferd mit typischen äußerlichen Anzeichen verbunden, die leicht erkennbar sind:

  • Zunahme der grauen Haare im Gesichtsbereich und „Ausfransen“ von weißen Abzeichen
  • Reduzierung der Muskulatur, so dass Rippen und Wirbelkörper hervortreten
  • Ausbildung eines Senkrückens durch Erschlaffen der Bänder und Reduzierung der tragfähigen Rückenmuskulatur
  • Probleme in der Bewegung (Lahmheiten) und der Futteraufnahme („Wickelkauen“ auf Grund von Zahnproblemen)
  • Schreckhaftes Verhalten (Wesensänderung), da mögliche Gefahren schlechter eingeschätzt werden durch einen reduzierten Seh- und Geruchssinn

Spätestens an dieser Stelle muss die Fütterung der Pferde auf das Ältersein umgestellt und angepasst werden. Grundsätzlich sollte die Fütterung von gesunden alten Pferden jedoch einen vorbeugenden Charakter besitzen. Dies bedeutet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass vermehrt Krankheiten im Alter auftreten, erhöht ist. Eine vorbeugende altersgerechte Fütterung kann die Folgen dieser „Alterserkrankungen“ abschwächen bzw. hinauszögern. Der Alterungsprozess wird verlangsamt und die Pferde können ein höheres Alter erreichen. Für bereits erkrankte ältere Pferde gelten grundsätzlich andere Fütterungsempfehlungen als für gesunde ältere Pferde.

Alterserkrankungen bei alten Pferd

Die häufigsten Alterserkrankungen betreffen das Hormonsystem, den Bewegungs- und Verdauungsapparat, das Herz-Kreislaufsystem sowie die Atmung:

  • PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction): diese Dysfunktion (Fehlfunktion) der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) ist eine häufige hormonelle Erkrankung bei älteren Pferden. Neben Störungen des Haarkleides und im Fellwechsel sind Muskelschwund und die typischen Fettdepots über den Augen und am Unterbauch bekannt. Ein Teil dieser Pferde erkranken in regelmäßigen Abständen an Hufrehe.
  • Lahmheiten: chronische Hufrehe, Osteoathritis (Arthrose)
  • Zahnprobleme/Zahnverlust: eine nicht ausreichende Zerkleinerung des Raufutters fördert die Entstehung von Obstipationen (Verstopfungen) im Schlund und im Dickdarm. Durch ungenügendes Kauen des Futters wird die Nährstoffverdaulichkeit reduziert und die Zusammensetzung der Dickdarmflora kann sich verändern.
  • Koliken: bei älteren Pferden treten gehäuft bestimmte Koliken wie strangulierende Dünndarmerkrankungen auf.
  • Chronischer Gewichtsverlust: verursacht wird dies bei älteren Pferden durch eine unzureichende Energieversorgung, Zahnprobleme, Schmerzen des Bewegungsapparates oder auch durch maligne (bösartige) Tumore.
  • Muskelschwund (Sarcopenia): mit fortschreitendem Alter nehmen die Muskelmasse und die Muskelkraft ab. Auch die Thermoregulation kann dann schwieriger werden.
  • Pferdeasthma/COBD: durch ein spezielles Fütterungsmanagement kann gerade bei älteren Pferde eine Linderung der Symptome erreicht werden.
  • Herzerkrankungen: auch bei älteren Pferde treten Symptome einer klinisch manifesten Herzinsuffizienz (Herzschwäche) wie erhöhte Puls- und Atemfrequenzen und Mattigkeit auf.

Bei Symptomen einer Erkrankung sollte immer eine tierärztliche Untersuchung veranlasst werden.

TIPP:
Ein auf das Alter und die Erkrankung der Pferde abgestimmtes Fütterungs- und Ernährungsmanagement wird immer wichtiger. Dabei sollten einige Eckpunkte der Rationsgestaltung beachtet werden.

Körpergewicht und Allgemeinzustand alter Pferde

Da sich viele Versorgungsempfehlungen auf das jeweilige Körpergewicht der Pferde beziehen, sollte das ungefähre Körpergewicht des Pferdes ermittelt werden. Die Rasse des älteren Pferdes gibt schon eine grobe Eingruppierung und mit Hilfe von Maßbändern oder mobilen Waagen kann das Körpergewicht genauer ermittelt werden.
Der Allgemeinzustand des Pferdes umfasst auch den Ernährungszustand. Mit einem Punkte-System (Body Condition Score) kann das Pferd subjektiv bewertet werden ob es im Extremfall zu dünn (kachektisch) oder zu dick (adipös) ist.
Gerade bei älteren Pferden kann somit eine Abweichung vom Idealgewicht festgestellt werden.

Die richtige Futtermenge für alte Pferde

Die tägliche Futtermenge (kg) sollte immer auf das angestrebte Idealgewicht des älteren Pferdes ausgerichtet werden. Der Mehrbedarf sollte bei arbeitenden älteren Pferden selbstverständlich berücksichtigt werden.

Energieversorgung

Es ist davon auszugehen, dass die Verdaulichkeit von Rohprotein und Rohfaser bei älteren Pferden vermindert ist. Der Energiegehalt jedes Futtermittels wird mit Hilfe von Schätzformeln berechnet und der berechnete Energiegehalt in der Rationsberechnung verwendet.
Fraglich ist, ob dieser Energiegehalt gerade für alte Pferde überschätzt wurde. Wird nun eine Ration für ein altes Pferd berechnet, dann existiert vielleicht auf dem Papier eine energetisch ausgeglichene Versorgungslage; in Wirklichkeit könnte aber auf Grund der verringerten Verdaulichkeiten eine Energielücke entstehen.

Im Gegensatz dazu ist davon auszugehen, dass mit zunehmendem Alter der Bedarf für den Erhaltungsstoffwechsel abnimmt. Die Stoffwechselvorgänge laufen langsamer ab, weil die Zellen schlechter mit Sauerstoff versorgt werden bzw. vermehrt abgebaut worden sind. Dabei sind rassetypische Unterschiede nicht auszuschließen.
Dies bedeutet, dass der Energiebedarf für den Erhaltungsstoffwechsel von alten Pferden geringer anzusetzen ist als der Energiebedarf für den „regulären Erhaltungsstoffwechsel“ von Pferden. Auf der anderen Seite ist wie bereits beschrieben die Verdaulichkeit der Futtermittel herabgesetzt. Aus Praxisversuchen ist erkennbar, dass sich dies in der Summe wieder auszugleichen scheint.
Aufgrund der eingeschränkten Thermoregulation bei älteren Pferden sollte gerade bei kälteren Tagen eine geringe Erhöhung der Energieversorgung berücksichtigt werden.
Grundsätzlich muss die Energieversorgung nach dem individuellen Bedarf des jeweiligen Pferdes erfolgen, denn auch alte Pferde können bei gutem Gesundheitszustand beweglich sein und täglich Arbeit verrichten.

Bedarf an hoch verdaulichem Protein (Eiweiß)

Mit dem Altern findet ein regelrechtes „physiologisches Austrocknen“ der Pferde statt. Dies bedeutet, dass der Wassergehalt im gesamten Pferdeorganismus abnimmt. Parallel dazu nimmt grundsätzlich während des Alterungsprozesses die absolute Menge an Muskelmasse ab.
Muskeln bestehen aus Proteinen. Beim alten Pferd wird davon ausgegangen, dass die Verdaulichkeit des Proteins in den Futtermitteln reduziert ist. Dies begründet eine Proteinzulage von 10 bis 20% mit Hilfe von eiweißreichen hochverdaulichen Futtermitteln.
Bei alten Pferden kann dieser erhöhte Bedarf durch den Einsatz der natürlichen Mikroalge Spirulina unterstützt werden. Spirulina kann die Muskelleistung bzw. den Muskelstoffwechsel verbessern und die Gelenkgesundheit unterstützen.

Aminosäuren als Bausteine des Lebens

Die verschiedenen Aminosäuren sind die Bausteine der Proteine. Je nach Zusammensetzung und Gehalt bestimmen die Aminosäuren die Qualität des Futterproteins. Wenn bekannt ist, wie hoch die durchschnittlichen Aminosäuregehalte im Grundfutter und im Ergänzungsfutter sind, können diese Daten für die praktische Rationsgestaltung genutzt werden.
Es muss jedoch noch einmal klar herausgestellt werden, dass in diesem Fall nur mit den absoluten Gehalten, die im Futtermittel analysiert werden, gearbeitet werden kann. Diese Gehalte werden als „Bruttogehalte“ bezeichnet und sagen noch nichts über die eigentliche Verdaulichkeit der Aminosäuren (Nettogehalt) aus.
Im Gegensatz dazu hat die moderne Pferdefütterung die Möglichkeit sogenannte kristalline Aminosäuren gezielt einzusetzen. Diese essentiellen Aminosäuren müssen in optimaler Kombination zugefüttert werden um Imbalancen im Stoffwechsel zu vermeiden. Diese spezielle Matrix Kombination von sechs verschiedenen Aminosäuren kann durch ein Pferdemineral für Senioren ergänzt werden.

Kristalline Aminosäuren im Pferdefutter:

Aminosäuren Chemische Charakterisierung
Lysin L-Lysin-Monohydrochlorid
Methionin DL-Methionin
Threonin L-Threonin
Tryptophan L-Tryptophan
Valin L-Valin
Arginin L-Arginin

Es ist einleuchtend, dass diese kristallinen Aminosäuren gegenüber den Aminosäuren, die im Futterprotein gebunden sind, fast zu 100% für das alte Pferd verdaulich sind.
Damit sind die Pferde optimal mit Aminosäuren ausgestattet und gleichzeitig wird der Eiweißstoffwechsel nicht überlastet. Die Leber muss überschüssige Aminosäuren nicht mehr abbauen und wird entlastet.

TIPP:
Mineralstoffversorgung
Die Mineralstoffversorgung umfasst die tägliche Versorgung der älteren Pferde mit Mengen- und Spurenelementen.
In der Regel erfolgt die ergänzende Mineralstoffversorgung über ein spezielles Pferdemineral für Senioren.

Mengenelemente

Gerade bei älteren Pferden muss die tägliche Versorgung mit Calcium kontrolliert werden. Eine Calciumüberversorgung ist zu vermeiden um eine Kristallbildung im Urin zu verhindern. Gleichzeitig kann im Mineralfutter eine hochwertige Calciumquelle wie der Algenkalk verwendet werden um eine optimale Versorgung zu gewährleisten.

Algenkalk im Pferdemineral für Senioren

Algenkalk
Spezielle Meeresalgen sind in der Lage Calciumcarbonat als kalkhaltige Hülle (Kalkkruste) oder als kalkhaltiges Skelett auszuscheiden. Diese sogenannten Kalkalgen sind Pflanzen, die im Meer regelrecht geerntet werden. Sie enthalten einen hohen bioverfügbaren Gehalt an natürlichem Calcium (Calciumcarbonat), Magnesium (Magnesiumcarbonat) und Spurenelementen.
Algenkalk hat im Verdauungssystem eine sogenannte puffernde Wirkung, indem zu viele Säuren in ihrer negativen Wirkung gestoppt werden, so dass der pH-Wert relativ konstant gehalten wird.
Dieses wirkt der verminderten Pufferkapazität im Darm bei älteren Pferden entgegen.

Auch auf die optimale Phosphorversorgung ist bei der Fütterung von älteren Pferden zu achten. Möglicherweise kann die Phosphorverdaulichkeit bei älteren Pferden eingeschränkt sein. Folglich darf das C : P-Verhältnis der Gesamtration nicht zu weit sein (< 2:1).
Weiterhin sollte im Pferdemineral eine hochverfügbare Phosphorquelle wie Monocalcium- oder Dicalciumphosphat enthalten sein.

TIPP:
Spurenelemente
Im Stoffwechsel des Pferdes besitzen die Spurenelemente vielfältige Funktionen. Gerade alte Pferde sind in der Regel gegenüber Infektionen anfälliger als jüngere Pferde. Durch eine gezielte Verbesserung der Spurenelementversorgung kann dem vorgebeugt werden.

Selen

Gerade das Spurenelement Selen bildet die Grundlage zur Minderung von Zellschädigungen durch Oxidation. Auf Grund ihrer langen Lebensdauer ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass gerade die alten Pferde diesen oxidativen Prozessen vermehrt ausgesetzt sind.

So wird bei gesunden alten Pferden als Versorgungsempfehlung für Selen von einer Verdopplung des normalen Bedarfs ausgegangen. Auch die tägliche Zinkmenge sollte verdoppelt werden. Denn Zink schützt Haut, Huf, Fell und Haar vor Schäden und sorgt für Stabilität und Gesundheit.
Um eine hohe Verdaulichkeit der Spurenelemente zu garantieren, sollte ein Teil der täglich verfütterten Spurenelementmenge aus organisch gebundenen Spurenelementen bestehen.

Silizium

Das Element Silizium ist in der Erdkruste weit verbreitet. In der Pferdefütterung wird es jedoch als Spurenelement bezeichnet, da es nur in geringen Mengen im Pferdekörper enthalten ist.

Wo findet man Silizium?

Unter den Futtermitteln für Pferde enthält Getreide einen relativ hohen Gehalt an Silizium. Getreide gehört zu den „Siliziumsammlern“ und kann bis zu 2% der Trockensubstanz an Silizium enthalten. Der Siliziumgehalt in Getreidepflanzen ist wiederum abhängig vom Boden auf dem die Getreidepflanzen wachsen. In Untersuchungen konnte dargestellt werden, dass z.B. die Siliziumaufnahme von Gerstenpflanzen auf Sandböden sehr niedrig war, während sie auf Parabraunerde höher war.
Sehr hohe Gehalte an Silizium findet man häufig in der Natur in Mineralstoffen in Form von Siliziumdioxid (SiO2). Bekannt aus der Humanernährung ist die Kieselgur, eine Diatomeenerde aus den Panzern von Kieselalgen. Die Kieselgur enthält neben geringen Mengen von Calcium und Magnesium ca. 69% SiO2 und stellt damit eine wichtige mineralische Siliziumquelle für Pferde dar.
An ausgewählten mineralische Siliziumquellen konnte gezeigt werden, dass Pferde in der Lage sind im Magen nicht beständige Orthokieselsäure zu bilden, die dann absorbiert werden kann.

Warum ist Silizium wichtig für das Pferd?

Es wird davon ausgegangen, dass Silizium eine wichtige Komponente im Gelenkknorpel und Bindegewebe darstellt. Im Bindegewebe der Haut, Sehnen und Knochen konnte ein erhöhter Siliziumgehalt analytisch nachgewiesen werden.
Silizium unterstützt die Bildung von Bindegewebsfasern. Das wichtigste Faserprotein des Bindegewebes von Haut, Sehnen und Knorpel ist Kollagen. Kollagen sind Proteine mit sehr hoher Zugfestigkeit, dienen regelrecht als Stützgerüst und erhalten die Spannkraft der Haut. Während des Alterungsprozesses reduziert sich der Kollagengehalt im Körper, so dass die Haut schlaffer wird.

Vitaminversorgung alter Pferde

Auch bestimmte Vitamine können Infektionen vorbeugen. Sehr wichtig ist bei älteren Pferden das Vitamin C (Ascorbinsäure).

Vitamin C

Vitamin C ist an zahlreichen Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt. Vitamin C wirkt sich positiv auf die Stressresistenz und das Immunsystem der Pferde aus. Stress können unsere Pferde leider täglich erleben. Darunter fallen z.B. auch anstehende Transporte, sozialer Stress in der Gruppe, übermäßige Hitze in den Sommermonaten und natürlich Infektionskrankheiten. Vitamin C gilt deshalb als regelrechter Stressblocker.
Vitamin C und Vitamin E sind in der Lage sich gegenseitig zu regenerieren. Die positiven Wirkungen von Vitamin C sind in der Praxis vielfältig und können nur exemplarisch aufgeführt werden:

  • Vitamin C als Stressblocker bei Fluchtverhalten und Hitzebelastung
  • Vitamin C für eine gesteigerte Immunreaktion durch Förderung der Aktivität der verschiedenen Immunzellen
  • Vitamin C für stabile Knochen durch Bildung von Kollagenen für den Knochenaufbau
  • Vitamin C hemmt den Abbau von Kollagen in der Haut

Natürliches Vitamin C ist in unterschiedlichen Konzentrationen in verschiedenen Früchten enthalten. Zitronen sind bekannt für ihren hohen Vitamin C Gehalt. Im Vergleich zu den Zitronen besitzen jedoch Hagebutten einen fast 20mal höheren Vitamin C Gehalt.
Bei Menschen eignen sich Hagebuttenschalen deshalb sehr gut zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten. Die Hagebutte ist nicht nur als Tee oder Marmelade bekannt, sondern gilt heutzutage auch als sogenanntes „Superfood“.
Dieser natürliche Vitamin C Gehalt kann auch bei Pferden als regelrechter Booster fungieren. Die antioxidative Wirkung des Vitamin C ist wissenschaftlich bewiesen. Bei negativer Einwirkung von Belastungen wie z.B. Stress kann Vitamin C ausgleichen.
Weiterhin konnte in Studien beim Menschen durch die entzündungshemmende Wirkung der Hagebutte sogar die Beweglichkeit der Gelenke verbessert werden.

Vitamin E

Vitamin E gehört ebenfalls in die große Gruppe der Antioxidantien und verhindert die Peroxidation von ungesättigte Fettsäuren. Diese ungesättigten Fettsäuren sind u.a. lebenswichtige Bestandteile der Zellmembranen (Phosholipide) und damit kann Vitamin E diese Membranbestandteile effektiv vor Zerstörung schützen.
Unerwünschte freie Radikale entstehen im Stoffwechsel durch bestimmte Stoffwechselreaktionen oder Schadstoffe und sind hochreaktiv, indem sie versuchen von anderen Molekülen ein Elektron zu „bekommen“. Damit kann eine negative Kettenreaktion in Gang gesetzt werden. Vitamin E kann diese Kettenreaktion unterbrechen und die Zellmembranen nachhaltig schützen.
Bei älteren Pferden kann Vitamin E durch seine Funktion im Muskelstoffwechsel auch vor Muskelschwund schützen.

Natürliche Antioxidantien

Neben Vitamin C und Vitamin E wirken natürliche Antioxidantien aus Traubentrester ebenfalls als Radikalenfänger.
Diese Antioxidantien können den oxidativen Abbau reduzieren und schützen das Pferd vor oxidativem Stress gerade im hohen Lebensalter.

Lecithin

Lecithin gehört zur Gruppe der komplexen Lipide (Fette), den sogenannten Phospholipiden. Diese Phospholipide sind wichtige Bestandteile von biologischen Membranen. Als strukturelle Komponenten der Zellmembranen sichern sie die Unversehrtheit der alternden Körperzellen der Pferde.

Durch den Einsatz von Lecithin kann eine Verbesserung der Verdaulichkeit der Futterfette und der fettlöslichen Vitamine wie z.B. Vitamin E erreicht werden. Physiologisch unterstützt die Gallenflüssigkeit die Fettverdauung. Die Gallenblase, die die Gallenflüssigkeit speichert und aufkonzentriert, fehlt beim Pferd. Somit ist eine zusätzliche Unterstützung der Fettverdauung insbesondere bei alten Pferden durch eine Lecithinergänzung angebracht.
Entsprechende Lecithinpräparate sind aus der Humanernährung bereits bekannt und werden für ältere Menschen empfohlen.

Ungesättigte Fettsäuren

Lebenswichtige, sogenannte essentielle Fettsäuren, können vom Pferd nicht im Körper hergestellt werden, sondern müssen täglich über das Futter aufgenommen werden. Dabei handelte es sich überwiegend um die mehrfach ungesättigten Omega-3 (Ω-3) und Omega-6 (Ω-6) Fettsäuren.

Wichtige Omega-3 Fettsäuren sind die alpha-Linolensäure und die eher aus Lebensmitteln bekannte DHA (Docosahexaensäure).

Was kann DHA bewirken?

Nachweislich hat DHA im Körper positive Wirkungen und Aufgaben, die seit langem auch beim Menschen bekannt sind. Dazu gehört vor allem:

  • Unterstützung der Sauerstoffversorgung der Muskeln
  • Erhöhung der intrazellulären Aufnahme von Glukose
  • Erhöhung der Insulinsensitivität von Muskelzellen z.B. bei EMS
  • Entzündungshemmender Effekt z.B. bei chronischen Atemwegsproblemen oder bei Osteoarthritis (Arthrose)
  • Unterstützung bei Hautallergien
  • Wichtiger Bestandteil der Nervenzellen (Gehirnfunktion)
  • Wichtiger Bestandteil der Netzhaut (Augenfunktion)

Welche Futtermittel für Pferde enthalten viel DHA?

Für den Menschen ist DHA vor allem in Fisch (z.B. Makrelen, Hering) enthalten. Als Alternative können sich für Pferde nur pflanzliche Futtermittel anbieten. Als pflanzliche DHA-Quelle für Pferde steht eine spezielle Algenart (Schizochytrium sp.) zur Verfügung.
Deshalb bietet sich bei älteren Pferden die gezielte Zufütterung mit DHA-haltigen Futtermitteln an. Im SALVANA Pferdemineral Senior ist die Mikroalge Schizochytrium enthalten, die einen erhöhten DHA-Gehalt besitzt.

Praktische Fütterung für alte Pferde

Das Grundfutter ist die Basis für jede Rationsgestaltung. Das Heu sollte nicht zu spät geschnitten worden sein, damit die Verdaulichkeit nicht zu stark abgesenkt ist. Gibt es Probleme mit den Zähnen, ist das Heu einzuweichen bzw. kann gegen eingeweichte Heucobs ausgetauscht werden.
Während der Sommerfütterung ist und bleibt das Weidegras die beste Nahrungsgrundlage für ältere Pferde. Auf der Weide haben die Pferde die Möglichkeit sich frei zu bewegen, was auch positiv auf die Darmmotorik wirkt und damit den Darm in Schwung hält.
Stroh ist auf Grund der verringerten Verdaulichkeit kein optimales Grundfutter für ältere Pferde und kann bei einer verminderten Darmmotorik eher zu Verstopfungen führen. Durch eine ausgewogene Heugabe kann die Strohaufnahme aus der Einstreu reduziert werden.
Leistungsabhängig muss der Hafer immer gequetscht werden und ist auf Grund seiner Aminosäurenzusammensetzung ideal für alte Pferde. Wichtig ist, dass gerade alte Pferde möglichst häufig, d.h. mehr als 2 Mahlzeiten, mit kleineren Portionen versorgt werden

An praktischen Beispielen kann die Fütterung von gesunden alten Pferden und von alten erkrankten Pferden aufgezeigt werden (Rationsberechnung).
Bei optimaler Haltungs- und Futtergrundlage haben die Pferde grundsätzlich immer die Chance, ein hohes Alter zu erreichen. Dabei sollte die Fütterung bis ins hohe Alter immer bedarfsgerecht mit einem speziellen Pferdemineral für Senioren erfolgen. Dabei werden die besonderen, teilweise individuellen Ernährungsansprüche unserer Oldies immer berücksichtigt.

14.05.2020 Dr. Ernst Stephan SALVANA TIERNAHRUNG GmbH

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