Muskelaufbau beim Pferd

Jeder Reiter wünscht sich ein gesundes Pferd mit einer ausgeprägten Muskulatur. Dies ist die Grundlage für eine hohe Leistungsbereitschaft des Pferdes im Sport und auch in der Freizeitarbeit. Das Pferd hat von Natur aus einen natürlichen Bewegungsdrang und muss von daher auch täglich bewegt werden um in gesunder Kondition zu bleiben. Für diese Bewegung ist die Muskulatur ein entscheidender Faktor.

Der optimale Muskelaufbau beim Pferd und die Funktion der Muskulatur werden durch zahlreiche Faktoren beeinflusst. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die Ernährung des Pferdes, die durch den Pferdehalter aktiv gestaltet werden kann.

Um die ernährungsphysiologischen Hintergründe zu verstehen, muss kurz ausgeführt werden, wie die Muskulatur aufgebaut ist und welche Funktionen im Organismus täglich erfüllt werden müssen.


Der Muskel des Pferdes: Ein Kraftpaket

Wenn man die gesamte Körpermasse eines Pferdes auf Muskulatur, Knochen, Haut usw. aufteilen würde, dann entfallen ca. 45-55% der Gesamtkörpermasse eines Pferdes auf die Muskulatur. Bereits daran erkannt man die große Bedeutung der verschiedenen Muskeln, die optimal versorgt werden müssen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Muskulatur die Gesamtheit aller Muskeln des Pferdes bezeichnet und mehr als 700 verschiedene Muskeln umfasst.

Die Muskulatur des Pferdes wird in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Die glatte Muskulatur: Sie arbeitet nur langsam und ist z.B. in der Magen- und Darmwand vorhanden. 
  • Die farblich bedingt, quergestreifte Muskulatur: Dazu gehört z.B. die Skelettmuskulatur.
Ein quergestreifter Muskel ist ein Zusammenschluss aus zahlreichen einzelnen zylindrischen Zellen, den sogenannten Muskelfasern. Jede Muskelfaserzelle ist grundsätzlich einheitlich aufgebaut und besteht aus den kontraktilen Myofibrillen, die wiederum aus unterschiedlichen Filamenten (Myosin, Aktin, Tropomyosin und Troponin) aufgebaut sind.

Die Muskeln der Pferde müssen einiges leisten

Die Muskelzellen geben thermische Energie in Form von Wärme ab. Dies ist der Grund, warum Tiere bei extremer Kälte zittern und damit Körperwärme durch die Aktivität der Muskeln erzeugen. Dieses Muskelzittern zeigt die Kopplung zwischen der Freisetzung thermischer Energie und muskulärer Arbeit auf. Viel wichtiger ist jedoch die enorme Abgabe der Muskelzellen von mechanischer Energie, die sich in der Bewegung des Pferdes wieder spiegelt.

Innerhalb eines Muskels kann eine Muskelzelle genau so lang oder kürzer als der eigentliche Muskel sein. Sind die Muskelfasern genauso lang, dann liegen sie parallel zueinander im Muskel. Sind die Muskelfasern kürzer als der Muskel, dann sind sie regelrecht in Serie im Muskel hinter einander geschaltet.

Die kurzfaserigen Muskelzellen sind sogenannte Haltemuskeln, die im Ruhezustand der Schwerkraft entgegenwirken und das Pferd im Gleichgewicht halten. Die kurzfaserigen Muskelzellen können dabei genauso viel Kraft erzeugen wie die langen Muskelfasern, verbrauchen dabei jedoch weniger Energie. Dies ist eine sehr wichtige Eigenschaft von bestimmten Muskeln über die man sich zuerst keine Gedanken macht aber im Sport und auch in der Freizeitarbeit von außerordentlicher Wichtigkeit ist.

Für den Vorgang der Fortbewegung müssen die Gelenke bewegt werden indem die beteiligten Muskeln verkürzt werden. Für die vermehrte Arbeitsleistung wie Springen und Galoppieren sind die langen Muskelfaserzellen, die im langen Muskel parallel zu einander liegen, zuständig. Ziel ist es, mit einer minimalen Muskelverkürzung eine maximale Bewegung eines schlanken Körpers zu erreichen.

Beim Pferd muss für eine entsprechende Arbeitsleistung in Form von Bewegung, Muskulatur aufgebaut werden. Im Gegensatz dazu dient die extrem ausgeprägte Muskelbildung in der Schweine-, Geflügel- und Rindermast der alleinigen Gewinnung von menschlichen Nahrungsmitteln und weniger der intensiven Eigenbewegung wie beim Pferd.


Muskelaufbau und Muskelfasertypen bei verschiedenen Pferderassen

Gemäß ihrer Funktion werden beim Pferd die Muskeln der quergestreiften Skelettmuskulatur in zwei Hauptfasertypen (Typ I und Typ II) unterschieden. Die Typ II Fasern werden noch in weitere Untergruppen unterschieden. Es ist zu beachten, dass es verschiedene Unterscheidungskriterien für die Fasertypeneinteilung gibt.

TIPP: Stichwortartige Beschreibung der verschiedenen Muskelfasertypen beim Pferd

Typ I Fasern






Rote Muskelfasern, da viel Muskelfarbstoff (hohe Myoglobinkonzentration)
Bezeichnung auch als SO-Fasern (slow oxidative) bzw. ST-Fasern (slow twitch)
sauerstoffverbrauchender Stoffwechsel (oxidative Prozesse) als aerobe Energiegewinnung mit zahlreichen Mitochondrien
langsamere, aber ausdauernde Kontraktion der Muskelfasern bei nicht so großer Kraftentwicklung mit geringer Ermüdung
geeignet für Ausdauerleistung z.B. bei Distanzpferden und Trakehnern

Typ II Fasern














Typ II A Fasern
als Intermediärtyp zwischen Typ I und Typ II B
Bezeichnung auch als FOG-Fasern (fast oxidative glycolytic) bzw. FTO-Fasern (fast twitch oxidative)
schnelle oxidative/glycolytische Fasern
schnelle Kontraktion der Muskelfasern bei kraftvoller, schneller und langandauernder Arbeit

Typ II B Fasern:
hellere Muskelfasern, da weniger Muskelfarbstoff (geringere Myoglobinkonzentration)
Bezeichnung auch als FG-Fasern (fast glycolytic) bzw. FTG-Fasern (fast twitch glycolytic)
anaerobe Energiebereitstellung aus Glykogen
schnelle Kontraktion der Muskelfasern bei kraftvoller, kurzer Arbeit mit eher schneller Ermüdung
geeignet für hohe Schnelligkeit auf kurzen Distanzen z.B. Quarter Horses


Die Farbe des Pferdefleisches ist auffällig und wird durch den Gehalt an rotem Muskelfarbstoff bestimmt. Dieser Farbstoffgehalt im Muskel ist auch abhängig von der Aufnahme des Spurenelementes Eisen über das Mineralfutter . Eine zunehmende Aufnahme von Eisen begünstigt die Myoglobinbildung positiv. Je stärker der Muskel beansprucht wird, umso mehr Myoglobin wird für den Bewegungsablauf gebildet. In einer Untersuchung konnte z.B. im Muskel (M. longissimus dorsi) beim Schwein wesentlich weniger Myoglobin analysiert werden als beim Pferd.

Grundsätzlich sind in jedem Muskel die verschiedenen Muskelfasertypen enthalten. Die Muskelfaseranteile variieren jedoch innerhalb eines Muskels und zwischen den verschiedenen Muskeln des Pferdes und bilden damit die Grundlage für die differierende Leistungsfähigkeit einzelner Pferde und verschiedener Pferderassen.

Das Verhältnis der Muskelfasertypen in der Muskulatur ist grundsätzlich genetisch fixiert und kann sich von Pferderasse zu Pferderasse unterscheiden. Quarter Horses sind z.B. für ihre hohe Schnelligkeit auf kurzen Distanzen bekannt. So konnte in der Muskulatur (M. gluteus medius) ein hoher Anteil Typ II B-Fasern ermittelt werden, die für eine schnelle Muskelkontraktion mit anaerober Energiebereitstellung stehen. Der Musculus gluteus medius (mittlere Kruppenmuskel) bewirkt eine Schubwirkung auf den Rumpf und stellt beim Pferd den größten Muskel des ganzen Körpers dar.

Neben der Genetik unserer verschiedenen Pferderassen hat bis zu einem gewissen Maße auch die Umwelt in Form der Trainingsart einen Einfluss. Bei trainierten Pferden (Trabern) konnte in der Muskulatur (M. gluteus medius) der Prozentsatz an Typ II A-Fasern durch Umbildung von anderen Fasertypen erhöht werden. Folglich wird der Funktionstyp der Muskelfaserzellen und nicht die Gesamtzahl der Muskelfasern erhöht.

Vermehren sich beim Muskelaufbau des Pferdes die Muskelfaserzellen?

Um den Muskel zu vergrößern könnte auch eine grundsätzliche Vermehrung der Muskelfaserzellen (Hyperplasie) unterstellt werden. Dies konnte bei Pferden bisher nicht nachgewiesen werden, so dass eine Beeinflussung über die Fütterung nicht in Betracht gezogen werden muss.
Beim Pferd wird eine weniger gut ausgeprägte Muskulatur auch nicht verursacht durch eine Reduzierung der Anzahl der Muskelfaserzellen (Hypoplasie). Eine Verminderung der Zellzahl wäre genetisch begingt und könnte folglich mit Hilfe einer gezielten Fütterung wiederum nicht beeinflusst werden.

Was passiert beim Muskelaufbau des Pferdes mit den Muskelfaserzellen?

Im Gegensatz zur Anzahl kann die Größe der Muskelfaserzellen durch die Umwelt (Training und Fütterung) beeinflusst werden.
Eine vermehrte Beanspruchung der Muskulatur im Training, kann zu einer Vergrößerung der Muskelfaserzellen führen (Hypertrophie). Eine Muskelfaserhypertrophie entsteht im Pferd nach Muskelaufbautraining. Die Biosyntheseleistung der Muskelzellen ist dann erhöht und muss durch eine adäquate Nährstoffversorgung der Muskelzellen sichergestellt werden. Es wird in der Muskelzelle vermehrt Muskelprotein gebildet und dort eingelagert, so dass ein Dickenwachstum einsetzt (Anabolismus).
Das Muskelprotein kann in der Muskelzelle aber nur synthetisiert werden, wenn die entsprechenden Baustoffe in Form der verschiedenen Aminosäuren zur Verfügung gestellt werden. Diese Aminosäuren stammen aus dem Eiweiß des Pferdefutters (Rohprotein) oder können direkt als freie kristalline Aminosäuren (z.B. Lysin, Arginin, Valin usw.) aus speziellen Ergänzungsfuttermitteln aufgenommen werden.
Wird ein Muskel über einen längeren Zeitraum weniger beansprucht, dann wirkt äußerlich betrachtet der Muskel des Pferdes in seiner Größe und Form verkleinert. Dieser Muskelschwund (Sarcopenia) wird gerade bei alternden Pferden beobachtet.
In diesem Falle hat sich die Gesamtanzahl der Muskelfaserzellen nicht verringert, sondern die Größe jeder einzelnen Muskelzelle (Hypotrophie). Eine Faseratrophie kann in Folge von Bewegungsmangel entstehen, ist aber auch bei HYPP (hyperkaliämische, periodische Paralyse) und bei einem Vitamin E Mangel beobachtet worden. Dies ist der Grund, warum über den täglichen Einsatz eines Mineralfutters eine ausreichende Versorgung mit Vitamin E gewährleistet werden muss.
Es ist leicht erkennbar, dass an dieser Stelle die Rationsgestaltung der Pferde optimiert werden muss und eventuell eine Futterberatung notwendig ist.

Wie lange dauert der Muskelaufbau eines Pferdes?

Die eigentliche Biosynthese des pferdespezifischen Muskelproteins findet in den einzelnen Muskelzellen der Pferde statt. In der Muskelzelle vergrößert sich das Volumen der Mitochondrien und damit findet eine Erhöhung des mitochondrialen Proteins statt. Die Mitochondrien, die umgangssprachlich auch als „Kraftwerk der Zelle“ bezeichnet werden, sind für den Energiestoffwechsel außerordentlich wichtig.
Grundsätzlich haben verschiedene Hormone einen Einfluss auf die Aufnahme von Aminosäuren in die Muskelzelle und können dort die Neubildung von Muskelprotein (Proteinsynthese) stimulieren. Indem vermehrt Muskelprotein neu gebildet wird, nimmt der Muskel an Umfang zu. Eine Verbesserung der Muskulatur kann jedoch durch eine physiologisch normale Proteinspeicherung erfolgen. In Abhängigkeit von der Trainingsintensität und der jeweiligen Pferderasse ist davon auszugehen, dass eine Anpassung des Muskelgewebes mehr als 10 Tage in Anspruch nehmen wird. Auch nach einem längeren Zeitraum werden Veränderungen noch erkennbar sein. Im Gegensatz zum Fett, das von Pferden gut und gerne gespeichert wird, ist die Proteineinlagerung im Körper aber eher eingeschränkt möglich. In der Leber können Proteine gut gespeichert werden, jedoch sind die absoluten Proteinmengen eher gering.
Bei körperlicher Arbeit der Pferde können Proteine in den Muskelzellen eingelagert werden und führen zu einer Vergrößerung der Muskelsubstanz. Die maximale Zunahme der Muskelsubstanz ist genetisch festgelegt und kann nicht übertrieben werden. Die dann überschüssigen Aminosäuren gelangen in den Kohlenhydrat- bzw. Fettstoffwechsel oder werden direkt energetisch genutzt. Dies ist der erste Ansatz über die Fütterung die Muskelbildung bzw. den Muskelerhalt gezielt zu unterstützen.
Grundsätzlich sollte zu Beginn eines Aufbautrainings eine Überforderung der Muskulatur verhindert werden. Demnach sollte das Trainingspensum langsam gesteigert werden. Für den gezielten Muskelaufbau während einer Rehabilitation sollte das Trainingsprogramm nach der Eigenempfindung des Pferdes (propriozeptiv) ausgerichtet sein und im Zweifel mit dem behandelnden Tierarzt, einem Trainer oder einem Osteopathen abgestimmt werden.

Muskelneubildung und Proteinversorgung bei Pferden

Täglich werden die Pferde über das Futter mit Eiweißstoffen versorgt, denn die Pferde sind auf die ständige Zufuhr von Eiweiß angewiesen. Für die optimale Eiweißversorgung liegen mengenmäßige Versorgungsempfehlungen vor, um eine unnötige Über- oder sogar Unterversorgung an Eiweiß zu vermeiden. Dies kann in einer Rationsberechnung, die der zuständige Futterberater erstellen kann, bis aufs Gramm genau berechnet werden.

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Eiweiße werden auch als Proteine bezeichnet und sind hochmolekulare Verbindungen, die aus verschiedenen Aminosäuren aufgebaut sind. Das Protein aus den verschiedenen Futtermitteln gelangt in den Pferdedarm und wird dort mit Hilfe von speziellen Enzymen in ihre einzelnen Bestandteile, den freien Aminosäuren abgebaut. Diese freien Aminosäuren werden aus dem Darm absorbiert indem sie die Darmwand passieren und dann im Stoffwechsel des Pferdes intermediär umgesetzt werden. Dies bedeutet, dass der überwiegende Teil der Aminosäuren zum Aufbau körpereigener Proteine wie z.B. Muskeln verwendet wird. Natürlich wird bei laktierenden Stuten auch die Stutenmilch aus diesem Aminosäurepool gebildet. Auch das Bindegewebe ist aus Aminosäuren aufgebaut und hierfür stand auch das Nahrungsprotein zur Verfügung.
Die Proteine im Stoffwechsel (Metabolismus) unterliegen einem ständigen dynamischen Auf- und Abbau (Anabolismus und Katabolismus), die sich bei einem ausgewachsenen gesunden Pferd in der Summe im Gleichgewicht halten. Der Proteinabbau ist erkennbar an den Ausscheidungen von Harnstoff und anderen Stickstoffverbindungen.

TIPP:
Der im Blut bestimmbare Gehalt an Harnstoff ist abhängig vom jeweiligen Futter.
Was macht Harnstoff im Blut?

Die Aussage, dass das Pferd Harnstoff im Blut hat, hört sich im ersten Moment für den Pferdehalter ungewöhnlich an, ist es aber nicht! Im Blutserum wird der Harnstoffgehalt untersucht, um auf Grund der Höhe des Harnstoffgehaltes eine Aussage zu möglichen Erkrankungen oder Fehlernährungen machen zu können. Wie immer im Leben ist zu viel und auch zu wenig nicht gut. 

Harnstoff besteht aus Stickstoff (abgekürzt: N) und ist ein Stoffwechselendprodukt der Proteinverdauung. In der Leber wird Harnstoff aus Ammoniak hergestellt (Harnstoffzyklus) und normalerweise über die Niere ausgeschieden. Kann der Harnstoff nicht mehr ausreichend über die Nieren ausgeschieden werden, dann wird der Harnstoff vermehrt im Blut angereichert. Deshalb kann der Tierarzt über den Harnstoffgehalt im Serum Funktionsstörungen der Niere feststellen. 

Jedoch verändert sich der Harnstoffgehalt auch bei einer Überversorgung und einer Unterversorgung mit Futterproteinen. Bei zu viel Protein im Futter steigt der Harnstoffgehalt über den Referenzwert bereits wenige Stunden nach der Verfütterung an und sinkt dann wieder ab. Dieser kurzfristige Anstieg ist physiologisch und damit nicht ungewöhnlich. Eine erhöhte Proteinzufuhr über das Futter von bis zu 3 g Rohprotein je kg Körpergewicht scheint bei Pferden keine Schäden zu verursachen. Dies wären bei einem 600 kg schweren Pferd insgesamt 1.800 g Rohprotein in der Tagesration. 

Eine zu geringer Harnstoffgehalt kann eine Versorgung der Pferde mit zu wenig Protein im Futter anzeigen. Dies wäre der Fall bei Pferden, die hungern müssen, was hoffentlich in der Fütterungspraxis nicht eintritt. 

Referenzbereich (Referenzintervall) für den Harnstoffgehalt im Blutserum von Pferden

Harnstoff
mg/dl20 - 40
mmol/l 3,3 - 6,7

Der Referenzbereich beschreibt den Bereich, indem der Harnstoffgehalt normalerweise liegen sollte. Deshalb wird er auch als Normbereich bezeichnet und kann von Labor zu Labor etwas abweichend sein. Beispielsweise werden beim Harnstoffgehalt auch Maximalwerte in Höhe von 46 mg/dl angegeben. Für die Harnstoffkonzentration sind auch rasseabhängige Referenzbereiche beschrieben worden. Bei den Islandpferden z.B. liegt der Referenzbereich für Harnstoff höher als bei anderen Pferderassen (Haflinger, Kaltblutpferde). Auch das Alter der Pferde hat einen Einfluss auf die Harnstoffkonzentration. Während des Wachstums liegt bei Fohlen der Referenzbereich unter dem Referenzbereich für ausgewachsene Pferde.

Grundsätzlich muss die Bewertung der Harnstoffgehalte im Blutserum immer durch den behandelnden Tierarzt erfolgen.

Woraus besteht das Muskelprotein?

Das Muskelprotein der Pferde besitzt eine konstante Zusammensetzung der verschiedenen Aminosäuren. Diese Aminosäurensequenz ist genetisch festgelegt. So können Muskelproteine von verschiedenen Tierarten analytisch unterschieden werden.

TIPP: Zusammensetzung des Muskelproteins von Pferdefleisch in Prozent (verschiedene Literaturangaben)


Proteingehalt (%)19,8 – 21,9
Lysingehalt (%) 1,57 – 1,69
Methioningehalt (%) 1,28
Threoningehalt (%) 0,84 - 0,91
Thryptophangehalt (%) 0,12 – 0,15
Arginingehalt (%) 1,79
Valingehalt (%) 1,09

Für die Synthese des Muskelproteins mit seiner genetisch festgelegten Aminosäurezusammensetzung ist es deshalb wichtig, dass das Protein in den verfütterten Futtermitteln eine ähnliche Zusammensetzung an Aminosäuren besitzt. Hierfür empfiehlt sich der Einsatz von speziellen Ergänzungsfuttermitteln , die mit einzelnen kristallinen Aminosäuren wie Lysin, Arginin, Valin usw. ausgestattet sind.

19.03.2021   Dr. Ernst Stephan SALVANA TIERNAHRUNG GmbH

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Häufig gestellte Fragen

Wichtig für den Muskelaufbau ist neben einem abwechslungsreichen Training auch eine bedarfsgerechte Fütterung. Grundsätzlich sollte immer ausreichend Wasser zur Verfügung stehen, Rauffutter in guter Qualität und Mineralfutter gefüttert werden um den täglichen Bedarf abzudecken. Um Muskulatur aufbauen zu können braucht der Körper Aminosäuren. Durch den erhöhten Bedarf an Aminosäuren macht in dieser Zeit die Fütterung eines aminosäurereichen Futters Sinn.

Jedes Pferd sollte individuell betrachte werden, deshalb ist es von Pferd zu Pferd unterschiedlich wie schnell und wie groß die ersten Fortschritte sind. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass abhängig von der Trainingsintensität nach circa 6 Wochen schon ein Unterschied zu erkennen sein sollte.

Wichtig für den Muskelaufbau sind vor allem Aminosäuren, demnach sollte neben einem guten Mineralfutter ein Futter gefüttert werden, dass Aminosäuren (speziell Lysin, Methionin, Tryptophan, Arginin, Threonin und Valin) in hoher Verfügbarkeit liefert. Link SALVASTAR MUSKELAUFBAU.

Durch vermehrter Beanspruchung der Muskulatur im Training und durch die richtige Fütterung, kommt es zum Muskelaufbau. Dabei verändert sich nicht die Anzahl der Muskelfaserzellen, sondern die Größe der Muskeln. Denn es wird in der Muskelzelle vermehrt Muskelprotein gebildet und dort eingelagert. So hat das Pferd nach dem Muskelaufbau ausgeprägter Muskeln und sieht runder und sportlicher aus.